Heidi Dahlsen – Interview

Posted on 27. November 2012 by

Geboren wurde ich 1960 in der Nähe von Leipzig, wo ich heute noch lebe. Nach meinem Studium zum Bauingenieur arbeitete ich zehn Jahre in diesem Beruf. Da dies nie mein Berufswunsch war, nahm ich danach eine Tätigkeit als Sozialarbeiterin auf, bis ich zum dritten Mal heiratete und bei meinem Mann im Pressebüro half. Als Patchwork-Family haben wir fünf Kinder und unterdessen bereits eine Enkelin.

Im Jahr 2008 begann ich mit dem Schreiben. In meinem ersten Buch habe ich mit den Dämonen meiner Vergangenheit abgerechnet und dabei ist das Buch “Lebt wohl, Familienmonster” (Realsatire) entstanden. Seit meiner Kindheit habe ich psychische Probleme, und meine Tochter leidet seit zehn Jahren an Borderline. Leider erleben wir immer wieder, dass viele Menschen mit den Themen der psychischen Krankheiten nicht umgehen können. Deshalb war es mir ein besonderes Bedürfnis, in dem Buch “Gefühlslooping” u.a. unsere Lebensgeschichte zu veröffentlichen. Mein Anliegen ist es, die Leser gut zu unterhalten, zu informieren sowie ihnen gegebenenfalls Mut zu machen.
Wer noch mehr über mich erfahren möchte, kann dies hier:

http://autorin-heidi-dahlsen.jimdo.com/

Heidi Dahlsen

Heidi Dahlsen

 

Wie hast du mit Schreiben angefangen? (Erzähl es uns in einer kurzen Episode)
Mein Leben war ziemlich turbulent. Wenn ich jemandem davon erzählte, wurde gespannt zugehört und anschließend meinte so mancher: „Das klingt ja wie in einem Roman. Das solltest Du aufschreiben.“
Das tat ich dann und mein erstes Buch „Lebt wohl, Familienmonster“ wurde veröffentlicht.

Warum schreibst du?
Mit der Zeit konnte ich feststellen, dass mich das Schreiben zumindest erst mal von meinen Familienmonstern befreit hat. Das tat gut und ich schrieb immer weiter.

Deine Themen?
… sind aus dem wahren Leben gegriffen. Die Geschichte von vier Schulfreunden, die sich nach 15 Jahren wieder getroffen haben, hat mir so viel Freude gemacht, dass ich gleich die Fortsetzung schrieb. Unterdessen fragen erste Fans, wie es mit Christine, Olli, Jutta und Lydia weitergeht. Über psychische Krankheiten sowie meine Krebserkrankung habe ich Bücher veröffentlicht, um anderen Menschen Mut zu machen. Eine Weihnachtsgeschichte konnte ich gemeinsam mit dem jungen Autor Tino Kempe schreiben. Außerdem eine Teddy-Geschichte und eine über ein Mädchen, das in der Schule gemobbt wird.

Wie findest du sie? Woher kommen deine Ideen? Wie entstehen sie?
Das meiste habe ich selbst erlebt, deshalb klingt auch alles ziemlich realistisch.

Schreibst du mit Musik? Wenn ja, mit welcher?
Am liebsten habe ich Ruhe beim Schreiben.

Wenn nein, was hilft dir? Dein Rezept.
Sowie mein turbulentes Familienleben mal eine kurze Pause macht, setze ich mich hin und schreibe.

Wo schreibst du? (Plätze, Orte, Räume)
Zuhause am PC.

Wenn du einen Sonnenuntergang betrachtest, was löst es in dir aus?
Den finde ich wunderschön und genieße ihn.

Wenn du übers Meer oder übers Land schaust, welche Gedanken schweben dir zu?
Frische Luft, Freiheit und ich möchte immer wissen, wie es hinter dem Horizont weiter geht.

Was fällt dir spontan ein, wenn du die Baumrinde eines alten Baumes ansiehst?
Leben
Mir kommt das Lied „Alt wie ein Baum möchte ich werden“ in den Sinn.

Was siehst und denkst du, wenn du den Mond betrachtest?
Ich finde den Mond faszinierend.

Welche spontanen Sätze fallen dir bei folgenden Begriffen ein?
(Pro Begriff 1 Satz)

Schmetterling: Er ist so zart und zerbrechlich.
Lüge: Es gibt nicht viel Schlimmeres.
Tod: Gehört zum Leben.
Gegner: Mag ich nicht.
Rosenblätter: Sind zauberhaft.

Was für Wünsche hast du?
Ich würde mich zum Schreiben gern in eine einsame Waldhütte zurückziehen. Leider ist dies nicht möglich.

Wie siehst du die Erde und ihre Bewohner?
Die Erde ist etwas Besonderes. Die meisten Bewohner scheinen dies nicht so zu sehen, denn sie tun alles, um sie zu zerstören.

Wie entspannst du dich?
Bei den täglichen Waldrunden mit unseren 3 Hunden.

Dein Buch, das dir gerade jetzt am wichtigsten und liebsten ist:
„Seelenqual mit Happyend“

Was möchtest du deinen Lesern und Leserinnen gerne sagen?
Tut alles dafür, dass Ihr zufrieden seid, denn das Leben ist sehr kostbar.

Ich danke dir ganz herzlich für das Interview und wünsche dir viel Erfolg in deinem Tun.

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2 comments on “Heidi Dahlsen – Interview

  1. James Henry Burson on 27. November 2012 at 14:57 said:

    Eine mutige und tapfere Person.
    Sie nimmt sich des Lebens an – das spricht aus allem, was sie sagt und tut.
    Ich kenne sie nun eine Zeit lang aus der Gruppe Portal für Leser und Autoren…
    So, wie sie anpackt, sind auch ihre Geschichten – packend.
    Ich wünsche ihr viel Erfolg!

  2. Ursula Jürgensen on 27. November 2012 at 19:53 said:

    Ich habe große Hochachtung vor Heidi Dahlsen!
    Der Mensch jammert oft über kleine Kümmernisse und hat keine Ahnung wie großer Kummer sich anfühlt.
    Alles Liebe für Heidi!
    Herzlichst, Ursula

Im Gespräch mit der Autorin Heidi Dahlsen

Heidi Dahlsen, Autorin. Schreibt nicht einfach nur Bücher, sondern füllt die Seiten mit Lebensgeschichten.

 

Du hast ein Buch über das Thema Depression geschrieben. Diese Krankheit betrifft dich selber, ja?

Unter anderem, ja. Die Panik- und Angstattacken habe ich unterdessen im Griff, die Wahrnehmungsstörungen treten bei Stress ab und zu noch auf. Da ich manisch depressiv bin, wechseln sich die Hochs und Tiefs ständig ab.

Wie lange bist du schon von dieser Krankheit betroffen?

Da gibt es keinen genauen Zeitpunkt. Jahrelang habe ich versucht, die Gefühlsloopings zu verdrängen und selbst damit klar zu kommen – bis irgendwann gar nichts mehr ging.

Hat sich seitdem im Umgang mit Freunden, Bekannten, Beruf viel geändert?

Meine Eltern wollen seit ca. 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu mir. Mein Freundes- und Bekanntenkreis hat sich nicht verändert. Beruflich habe ich das Glück, bei meinem Mann angestellt zu sein. Das erleichtert vieles.

Schreibst du unter einem Pseudonym, oder stehst du hinter deinem Buch/deinen Büchern?

Mit meinem ersten Buch habe ich alle „Familienmonster“ vertrieben und deshalb lieber unter Pseudonym geschrieben. Wer es gelesen hat, versteht mich. Das Pseudonym habe ich dann beibehalten.

Es zeugt von viel Mut ein Buch über eine Krankheit zu schreiben, die einen selbst betrifft. Bist du damit je auf Granit gestoßen oder hast du stets damit diejenigen erreicht, denen das Thema ohnehin schon bekannt war?

 Ich habe mir einfach alles von der Seele geschrieben. Das ist bisher gut angekommen, sodass mich einige Betroffene oder deren Angehörige kontaktiert und mich um Rat gefragt haben. Jeder, der meine Bücher gelesen hat und mir sagt, dass er sich in der Handlung wiedergefunden hat und sich Anregungen holen konnte, sein Leben ein Stück zu verbessern, ist für meine Seele Gold wert. Das bestätigt mir, dass es richtig war alles aufzuschreiben und sogar zu veröffentlichen.

Wie gehst du inzwischen mit dieser Krankheit um?

Ich bin selbstbewusster geworden und versuche alles positiv zu sehen und mit Humor zu ertragen. Wenn man weiß, was hinter diesen blöden Gefühlen steckt und sich Hilfe holen kann, das erleichtert den Umgang mit den Störungen sehr. Ich lenke mich viel ab. Wir haben drei Hunde, sodass ich viel raus muss. Außerdem lebt seit einigen Monaten meine kleine Enkelin (2 Jahre) bei uns. Sie sorgt mit ihrem sonnigen Gemüt ständig für Abwechslung und hält mich auf Trab. Abends bin ich so müde, dass ich aufpassen muss, nicht vor ihr einzuschlafen. Schlafstörungen gehören somit weitestgehend meiner Vergangenheit an.

Ist die Art deiner Mitmenschen mit dir umzugehen anders, seitdem sie wissen, dass du psychisch krank bist?

Da ich über alles immer offen rede und alle Fragen beantworte, ist dies gar nicht der Fall.

Was sagst du den Menschen, die dich belächeln oder die überhaupt nicht wissen, was es bedeutet unter dieser Krankheit zu leiden?

Die ignoriere ich einfach und wende mich den Menschen zu, die mir gut tun.

Möchtest du abschließend noch etwas an diejenigen richten, die glauben, dass es nicht mehr bergauf geht?

Denen möchte ich erst mal empfehlen, meine Bücher zu lesen, denn es gibt keinen besseren Rat, als den von anderen Betroffenen. Die haben es immerhin geschafft, sonst hätten sie ja ihre Geschichte nicht aufschreiben können.

Sie sollten sich positive Dinge suchen, sich daran festhalten, mit kleinen Schritten vorwärts gehen, nicht ständig über Vergangenes grübeln, lieber alles aufschreiben und dann weg damit, entweder aufbewahren, verbrennen oder den sogenannten Schuldigen/Verursachern zuschicken und wenn möglich sogar veröffentlichen. Das befreit die Seele, denn jeder Tag der mit Trübsinn verbracht wird, ist ein verlorener.

Wie definierst du Suizid, Selbstmord, Freitod?

Ich konnte nie nachvollziehen, dass man sich dazu überwinden kann, sich selbst zu töten.

Erst, nachdem ich mit der Diagnose Krebs konfrontiert wurde, mich Panik ergriff und der Drang nach Selbstmord überhand nahm, ist mir deutlich bewusst, dass dies möglich ist. Dieses Gefühl ist unvorstellbar grausam.

Dein Lebensmotto/Leitspruch?

Behandle andere so wie Du selbst behandelt werden möchtest – mit Ehrlichkeit, Höflichkeit und Respekt.

 

KÜNSTLER-INTERVIEW Heidi Dahlsen vom 29. April 2011

Hallo Heidi, ich freue mich, dass Du Dich für ein Interview bereit erklärt hast. Nicht nur die Künstler wollen etwas mehr von Dir wissen, über Deine Arbeit, was Du denkst und fühlst, sondern auch die Kunstinteressierten wollen wissen, wer „hinter den Werken steht“.

Beginnen wir zunächst mit dem von Dir ausgewählten Buch. Meine erste Frage: Wie ist dieses Buch entstanden ?

 

Von Freunden und Bekannten habe ich öfter zu hören bekommen: „Dein Leben ist turbulent wie ein Roman. Du solltest alles aufschreiben und veröffentlichen.“ Das habe ich getan und hielt somit vor ungefähr zwei Jahren mein erstes Buch in Händen.

 

 

Aus dem Klapptext zu diesem Buch:

 

Leider kann man sich seine Eltern nicht aussuchen. Und auch diese müssen das Kind nehmen, das ihnen in den Schoß fällt.

 

Meine Eltern haben öfter lautstark verkündet, dass ich nur entstanden bin, weil sie Langeweile hatten. Sie haben sich jahrelang Mühe gegeben, eine pflichtbewusste Frau aus mir zu machen. Nur – Mühe allein genügt nicht! Sie sind jedoch der vollen Überzeugung, mir den Himmel auf Erden geboten zu haben.

 

Auf der Suche nach einem glücklichen Familienleben stolperte ich über drei Schwiegermütter der ganz besonderen Art und musste viele Jahre mit dem nervigen Verhalten der Exfrau meines Mannes auskommen, die mich immer wieder mit ihrem Einfallsreichtum verblüffte.

 

Meine eigene Familie aufzubauen war sehr mühsam, und jetzt setze ich alles daran, diese zusammenzuhalten. Das war mein größter Wunsch und ist meine Erfüllung. Mein Lebensmotto lautet: „Schütze dich vor größeren Schäden und verliere dabei deinen Humor nicht.”

 

Ein Lesevergnügen für Menschen, die denken, es würde ihnen schlecht gehen. Nein – schlimmer geht wirklich immer. Menschen, denen es gut geht, kann ich nur sagen: „Sie können froh sein, was Ihnen alles erspart geblieben ist.”

 

Gab es einen Anlass bzw. Anlässe für Deine Geschichten oder woher nimmst Du den Stoff ?

 

In allen Büchern sind die Höhen und Tiefen meines Lebens verankert. Ich plaudere sozusagen aus dem Nähkästchen. Im Buch „Lebt wohl, Familienmonster“ kann jeder nachlesen, wie man trotz gutem Willen, alles richtig machen zu wollen, dennoch oftmals schuldlos von einer Katastrophe in die nächste schlittern kann. Das Buch „Alles wird gut…irgendwann“ enthält mehrere Erlebnisse von meinen ehemaligen Mitschülern und handelt u.a. auf einem Reiterhof. Meine ersten Fans waren so begeistert, dass die Geschichte im Buch „Ein Hauch Zufriedenheit“ ihre Fortsetzung fand. Meine Tochter leidet an Borderline. Viele Menschen können ihr Krankheit bedingtes, meist unmögliches Verhalten nicht verstehen und nicht mit ihr umgehen. Außerdem musste ich jahrelang miterleben wie ignorant sogar Ämter psychisch Kranken gegenüber sind. Deshalb dachte ich mir: „Schreib ein Buch mit dem Titel „Gefühlslooping“, und schrei Deinen Frust in die Welt hinaus.“

 

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

 

Das kann ich nicht genau sagen, ungefähr drei bis sechs Monate. Ich schreibe nur, wenn mir danach ist, denn dann geht es wie von selbst. Manchmal muss ich längere Pausen einlegen, weil der Stoff mich emotional mitnimmt.

 

Welches Deiner Werke ist Dein Lieblingsbuch ?

 

Jedes Buch gefällt mir auf seine Art. Das „Lebt wohl, Familienmonster“ hat die Geister meiner Vergangenheit vertrieben. Das „Gefühlslooping“ hilft psychisch Kranken, die sich in der Handlung oft wiederfinden und verstanden fühlen. Gesunde können besser nachvollziehen, welchem Gefühlschaos von Depressionen oder Borderline geplagte Menschen ausgesetzt sind. Und im Zweiteiler konnte ich einen Einblick in das Leben von gleich vier Familien geben und sogar eine Weihnachtsgeschichte einbauen.

 

Wie bist Du überhaupt zur Schriftstellerei gekommen ? Ist es erbliche Veranlagung, war es ein bestimmtes Ereignis ?

 

Bereits als Kind habe ich jedes Buch, das mir in die Finger kam, verschlungen und das ist auch heute noch so. Ich liebe Bücher, und irgendwann habe ich mich einfach hingesetzt und losgeschrieben. Heute bin ich glücklich darüber, selbst ein paar veröffentlicht zu haben.

 

Kunst ist zwar nicht koku, aber koku steht auch für Kunst. Wie bist Du zu koku gekommen ?

 

Ein Freund hat bei facebook die Gruppe „Bücher von Hobby-Autoren“ gegründet und meine Bücher vorgestellt. Das Buch einer Freundin wurde eines Tages mit einer niedlichen Figur präsentiert, worauf ich neugierig auf die Suche ging, durch Zufall bei Jaspers Kunstbanausen landete und sehr freundlich aufgenommen wurde. Seitdem bin ich täglich Gast in dieser tollen Gruppe und begeistert von den vielfältigen Kunstwerken, die gezeigt werden.

 

Dann hoffe ich, dass es Dir auch bei koku gefällt. - Hast Du bestimmte Vorbilder in der älteren oder neueren Literatur ?

 

Einzelne Vorbilder habe ich eigentlich nicht. Ich lese hauptsächlich Frauenromane. Die Eindrücke, die ich dabei bisher sammeln konnte, spiegeln sich bunt gemischt in meinen eigenen Büchern wider.

 

Beschreibe doch Deinen Schreibstil etwas genauer.

 

Ich versuche, die Handlung spannend zu gestalten und die Personen für sich selbst sprechen zu lassen. Je nach Thema gehe ich mehr oder weniger sensibel dabei vor.

 

 

 

Aus dem Klappentext zu diesem Buch::

 

- „Ich bin sterben! Such mich nicht! Dir wünsche ich noch ein sorgenfreies Leben.“

- Was macht eine Mutter, wenn sie nach Hause kommt und solch einen „Brief“ ihres Kindes vorfindet? Nach dem ersten Schock versucht sie das unermessliche Gefühlschaos, das die Borderline-Störung bei ihrer Tochter anrichtet, zu ordnen.

- Es folgt ein jahrelanger, zäher Kampf, der bis zur geistigen und körperlichen Erschöpfung reicht.

- Am Ende kommt die Mutter zu der unbefriedigenden Erkenntnis, dass sie für ihre Tochter eigentlich nichts weiter tun kann, als selbst die Nerven zu behalten. Das ist jedoch fast unmöglich.

- Diese Geschichte handelt in einer psychiatrischen Klinik, in der die Patienten mit ihren kleinen Verrücktheiten umzugehen und mit den Dämonen ihrer Vergangenheit abzurechnen lernen.

- Gewürzt ist die Handlung mit einer Prise ganz normalen Wahnsinns, der so manches Mal nur mit viel Humor zu ertragen ist.

-  

 

Das macht Lust auf Mehr. - Wo entstehen Deine Werke ?

 

Ich schreibe zu Hause. Da bei uns ziemlich viel Trubel herrscht, beneide ich die Autoren, die sich für mehrere Wochen in einsame Waldhütten zurückziehen können.

 

Gibt es bestimmte Themenbereiche, zu denen Du Dich besonders hingezogen fühlst ?

 

Ich war schon immer von großen Familien und deren abwechslungsreichen Geschichten fasziniert … vermutlich auch, weil ich als Einzelkind aufwachsen musste … und lasse mich besonders gern von Kindern und Tieren inspirieren.

 

 

Aus dem Klappentext zu diesem Buch:

 

Wenn man nur vorher wüsste, welche Entscheidung die richtige oder wenigstens die günstigere wäre.

Aber – wer weiß das schon?

Christine, Oliver, Lydia und Jutta sind Mitte dreißig, als sie sich wiedertreffen. Als Schulfreunde waren sie einst unzertrennlich und hatten große Pläne für die Zukunft. Jetzt müssen sie jedoch feststellen, dass so manche Fehlentscheidung, die sie mit jugendlichem Leichtsinn selbstbewusst getroffen haben, ihnen das Leben ganz schön schwer macht.

Jutta, die nach der überstürzten Trennung von ihrem Mann eigentlich erst einmal zur Ruhe kommen wollte, erlebt ein Gefühlschaos nach dem anderen.

Olivers Eheglück wird nicht nur von seinem Schwiegervater bedroht – auch beruflich bahnt sich eine Katastrophe an.

Lydia wird der Albtraum, den sie als junges Mädchen erlebte, wieder bewusst.

Nur Christine führt ein harmonisches Leben – doch auch dieser Schein trügt.

Unter dem Motto „Gemeinsam haut uns nichts so schnell um“ stehen sie sich wieder bei, um den Alltag leichter zu ertragen.

Ein Trost bleibt, denn – alles wird gut ... irgendwann. Man muss nur geduldig warten können.

 

 

Danke auch für diese den literarischen Gaumen verwöhnende Leseprobe. Wir könnten da weitermachen, aber der Leser des Interveiws, der sich das Buch selbst holen und nachlesen kann, möchte sicherlich noch mehr von Dir und über Dich kennenlernen. - Beeinflusst Dich die Umwelt, politische oder soziale Themen bei der Schriftstellerei, oder versuchst Du mit der Schriftstellerei einen Freiraum der Entspannung, des Abschaltens zu schaffen ?

 

Soziale Themen sind mir besonders wichtig, wie Menschen zueinander stehen und miteinander umgehen. Die Schreiberei hat mir auch dazu verholfen, meinen Kopf frei zu bekommen.

 

Es heißt immer wieder, Künstler wären Chaoten. Gerne wird dabei auf die Bilder aus Ateliers verwiesen, wo scheinbar niemand mehr etwas finden kann. Nun gilt dies wohl vornehmlich für die malende Zunft; gleichwohl die Frage an Dich: Wie steht es bei Dir damit ? Liegt Konzeptpapier zerstreut herum usw.?

 

Oh ja. Wenn die Ideen kommen, muss in greifbarer Nähe Papier und Stift bereit liegen. Und das in jedem Zimmer. Schwieriger wird es bei unseren täglichen Waldrunden. Da habe ich mir angewöhnt, Eselsbrücken zu bauen. Das schult das Gehirn. Unterdessen kann ich mir wieder mehr merken, zumindest bis ich zu Hause bin und alles schnell notiert habe.

 

Schreibst Du Deine Werke direkt am Computer, noch auf der guten alten Schreibmaschine oder - jedenfalls im Manuskript - auf Papier ?

 

Nur am Computer. Außer, wenn ich vor dem Einschlafen noch einen guten Einfall habe, der wird in einer Ideenmappe festgehalten, die neben dem Bett liegt, damit er am nächsten Morgen in das Manuskript eingebaut werden kann.

 

Entwickeln sich Deine Geschichten während Du schreibst oder hast Du von Anbeginn an ein klares Konzept (gar eventuell eine Gliederung) ?

 

Das sehe ich ziemlich gelassen. Es macht mir Spaß Personen, Namen und Charaktere zu erfinden und zu entwickeln. Die Handlung dazu schreibe ich, sowie die Ideen kommen, denn dann geht alles fast wie von selbst. Ich kann mich nicht hinsetzen, wenn ich gerade mal Zeit habe, denn dann bauen sich bloß Schreibblockaden auf.

 

Notierst Du Dir Gedanken zur Geschichte, die Dir eventuell beim Schreiben einfallen aber thematisch noch nicht passend sind, auf einem Papier um Dich später zu erinnern ?

 

Auf jeden Fall. Ansonsten sind sie schnell wieder weg und ich weiß nicht, ob sie so originell noch einmal kommen würden. Oft bin ich selbst erstaunt, was mir zum Beispiel bei der Haus- oder Gartenarbeit in den Sinn kommt.

 

Was machst Du beruflich ?

 

Bisher war ich bei meinem Mann im Pressebüro eingestellt. Durch meine Krebserkrankung ruht diese Tätigkeit jedoch vorläufig.

 

Ist die Schriftstellerei für Dich neben der beruflichen Tätigkeit Entspannung oder quasi ein zweiter Beruf ?

 

Beides. Ich bin jedes Mal stolz, wenn ich eins meiner Bücher in die Hand nehme.

 

Hast Du noch Zeit zu lesen (oder auch Lust Literatur Dritter zu lesen) oder Musik zu hören ?

 

Ich lese immer noch sehr viel … natürlich am liebsten Frauenromane und höre gern Musik.

 

Wer sind Deine Lieblingsautoren ?

 

V.C. Andrews, Kerstin Gier, Danielle Steel, Sidney Sheldon, Barbara Wood, Patricia Shaw…. um nur einige zu nennen

 

Und wessen oder welche Musik hörst Du am liebsten ?

 

Klassik

 

Das ist bei mir auch so. - Hast Du einen Lieblingsautor, gegebenenfalls wen.

 

Ich kann nicht sagen, wer von den o.g. Autoren mein Lieblingsautor ist. Von jedem habe ich fast alle Bücher im Schrank und diese schon öfter gelesen.

 

Bei koku2012 wird es auch Musik und Lesungen geben. Wirst Du selbst anwesend sein und ausstellen bzw. „lesen“ ?

 

Nein, ich werde nur virtuell teilnehmen.

 

Was hältst Du von der Idee, ein Künstlerfestival über eine ganze Region zu veranstalten und - wenn Du teilnimmst - was erwartest Du davon und dort ?

 

Die Idee finde ich klasse, und ich ziehe meinen Hut vor den Organisatoren, die sich sehr viel Mühe machen, dieses umfangreiche Festival auf die Beine zu stellen. Ich hoffe, dass es zu einem ganz tollen Ereignis mit bleibenden positiven Erinnerungen für alle Beteiligten wird.

 

Das hoffen wir alle und sind aufgrund der bisherigen positiven Resonanz auch sicher. - Nun haben wir schon vieles von Dir gehört. Aber vielleicht kannst Du noch etwas Persönliches von Dir berichten.

 

Ich bin verheiratet. Zu meiner Familie gehören zwei eigene Kinder (Sohn und Tochter), eine Enkelin, ein Stiefsohn und die beiden Töchter meines Mannes sowie drei Hunde und zwei Katzen. Mir liegt viel daran, dass wir alle zufrieden sind und gut miteinander auskommen.

 

Was erhoffst Du Dir von der Zukunft und welche Pläne hast Du selbst geschmiedet ?

 

Natürlich möchte ich weitere Bücher veröffentlichen, denn meine Fans warten schon auf die Fortsetzung … das tut gut zu wissen. Außerdem arbeite ich an einem Buch über meine Krebserkrankung. Mein Onkologe meint, dass es viel zu wenig Literatur gibt, die anderen Betroffenen und deren Angehörigen etwas Mut macht. Wenn das kein Ansporn ist …

 

Das finde ich wirklich positiv. Gibt es ein Motto oder eine Lebensweisheit bei Dir ?

 

Behandle andere so wie Du selbst behandelt werden möchtest

und

Alles wird gut…irgendwann (Man muss nur geduldig warten können.)

 

 

 

Leseprobe aus dem Klappentext:

 

Sind Sie zufrieden?

Wer ist das schon?

Jeder könnte glücklich leben, wenn es jene Mitmenschen nicht gäbe, die sich – statt um ihren eigenen Kram zu kümmern – leider viel zu oft ungebeten in alles Mögliche einmischen: Natürlich stets mit nur gut gemeinten Ratschlägen. Was sonst?

Eigentlich ist es doch gar nicht so schwer, auch anderen einmal ein bisschen Glück zu gönnen, oder?

In der Fortsetzung von

Alles wird gut … irgendwann

geht es ziemlich turbulent zu – bis jeder einen Hauch Zufriedenheit verspürt.

 

 

Worauf kommt es Dir im Leben an ?

 

Freundlichkeit, Harmonie, Verständnis für andere.

 

Kann sich ein Leser oder auch potentieller Leser an Dich wenden ?

 

Sehr gern.

 

Signierst Du auf Wunsch auch Deine Bücher ?

 

Natürlich. Darum wurde ich von meinem Onkologen bereits gebeten.

 

Ich denke, der Leser hat nun einen Eindruck von Dir gewonnen und kann Deine Werke auch besser verstehen und hat insbesondere Gefallen an ihnen gefunden. Vielleicht hast Du aber noch etwas für den Leser mitzuteilen ?

 

Erst einmal wünsche ich allen Interessierten viel Spaß beim Lesen meiner Bücher und würde mich freuen, wenn mir der eine oder andere seine Meinung sagen würde, denn das hilft mir für die nächsten Bücher sehr.

 

Ich darf mich bei Dir sehr für das offene und auch interessante Interview bedanken und wünsche Dir weiter viel Freude und Erfolg bei der Schriftstellerei und alles Gute.

 

 

Es bleibt uns nur noch hier mitzuteilen, wie der Leser Kontakt mit Heidi Dahlsen aufnehmen kann, indem wir ihre E-Mail angeben: sperlingsida@yahoo.de